Nutzen Sie keine 08-15 Mustervorlagen

Raphael Knoche - Bewerbungscoach

Was muss in einem Anschreiben stehen?

Legen Sie nicht einfach drauf los! Überlegen Sie sich zuerst, wie Sie Ihr Anschreiben gliedern wollen! Welches Ziel verfolgen Sie? Das liegt auf der Hand: Mit Ihrem Anschreiben müssen Sie das Interesse an Ihrer Person wecken und den Personalchef überzeugen. Nicht jeder passt zu einem Unternehmen! Deswegen sind Sie bereits im Anschreiben vor die schwere Aufgabe gestellt den Eindruck zu vermitteln, dass Sie zu diesem Unternehmen passen. Der Personalchef wird auch hier darauf achten, ob Sie Ihre Bewerbung inhaltlich und formell richtig gestalten!

Aus einer korrekt gestalteten Bewerbung kann man viel herauslesen!

Viele Personalchefs können aus Ihrer Bewerbung lesen, ob Sie sorgfältig arbeiten, kreativ sind und worauf Sie beim arbeiten achten! Deswegen ist es um so wichtiger Ihre eigenen Worte zu verwenden, damit das Unternehmen erkennen kann, dass Sie dazu passen. Deshalb sollten Sie niemals eine Vorlage oder ein Muster für die verschiedenen Bewerbungselemente benutzen! Eine Bewerbung muss immer individuell auf den Job uns die Firma angeglichen werden! Wenn Sie Muster verwenden, dann nur als Inspiration!

Grundsätzlich sollten Sie Ihr Anschreiben in vier Teile aufgliedern: Wie und Wo haben Sie die Stellenausschreibung gefunden? Warum wollen Sie sich genau auf diese Stelle bewerben? Warum passt diese Stelle zu Ihnen? Welche persönlichen und formalen Informationen müssen Sie noch erwähnen?

  • 1. Wie haben Sie diese Stelle gefunden?

    Öfters gibt es Personalchefs, die keinen Wert auf diese Informationen legen, da dieser Teil oft mit Standardformulierungen abgehackt werden. Z.B. „Im Anzeigenteil der Zeitung habe ich Ihre Stellenausschreibung gefunden und mit großem Interesse gelesen“. Diese Information erscheint unerheblich und sagt nichts über Sie aus. Viel besser ist es hingegen, wenn Sie am Anfang Ihres Anschreibens Bezug auf ein aktuelles Firmenereignis nehmen und dies mit einer Frage verbinden. Damit erreichen Sie, dass das Interesse geweckt wird. Halten Sie sich aber auch hier kurz, sonst würde Ihre Einleitung „abdriften“.  Eine andere und sehr gängige Möglichkeit ist es auch, dass Sie bei besagtem Unternehmen anrufen und sich nach den Bewerbungsmodalitäten erkundigen, damit Sie das Telefonat später in Ihrem Anschreiben erwähnen können. Damit erreichen Sie eine persönlichere Bindung, da Sie bereits einmal in Kontakt waren. Am besten Sie entscheiden sich für eine dieser beiden Möglichkeiten. Beides würde Ihre Einleitung zu umfassend werden lassen.

  • 2. Warum wollen Sie sich ausgerechnet hier bewerben?

    Unter diesem Punkt sollten Sie Ihre individuellen Fähigkeiten und Stärken hervorheben. Wichtig ist auch, dass Sie Ihre persönliche Motivation anschaulich beschreiben, die Sie zu dieser Bewerbung gebracht hat. Natürlich sollten Sie aber auch hier die Waage halten, was Ihre Vor – und Nachteile betrifft. Machen Sie sich nicht unsympathisch! Das kann passieren, wenn Sie sich zu perfekt darstellen! Bleiben Sie lieber sachlich und halten Sie sich an die Fakten. Auch hier können Fragestellungen an einen selber helfen: Warum fühle ich mich von der Stelle angesprochen? Was genau gefällt mir an dieser Tätigkeit besonders? Passt mein Lebenslauf überhaupt auf diese Stelle? Gibt es besondere Gründe, dich ich hervorheben könnte( z.B. Unternehmensphilosophie, spezielle Ausrichtung etc.)?

  • 3. Warum gerade ich?

    Gut an dieser Gliederung ist, dass es Ihnen nicht schwerfallen sollte, eine flüssige Überleitung aus dem vorherigen Teil zu diesem Thema zu finden. Hilfreich ist es, wenn Sie Überschneidungen und Gemeinsamkeiten aus Ihrer vorherigen Laufbahn oder Lebenserfahrungen finden, die zur gewünschten Stelle passen.  Das können viele Sachen sein. Um ein paar Beispiele zu nennen: Erfahrungen im Beruf, frühere Tätigkeiten, gemeinsame Werte und Ansichten, gemeinsame Kontakte und Partner von früheren Arbeitsstellen. Achten Sie nur darauf, dass Sie diesen Teil so kurz und präzise wie möglich halten! Und schließen Sie mit der Antwort darauf, wie Sie das Unternehmen bereichern können.

  • 4. Persönliche und Formale Informationen

    Das Anschreiben dient nicht ausschließlich dem Zweck sich persönlich vorzustellen und Interesse zu wecken, sondern es müssen auch einige Formalia beachtet werden und zweckgerichtete Informationen vermittelt werden. Dazu gehört zum Beispiel, wann Sie die Stelle antreten können, wenn gefordert auch Gehaltsvorstellungen oder auch die Möglichkeit alternative Jobs einer Firma anzutreten.

  • 5. Ein gelungener Schluss

    Das Anschreiben sollten Sie mit einer kurzen Formulierung schließen mit der Prämisse versehen, dass man sich in der Zukunft wiedersehen wird. Sagen Sie, dass Sie sich über ein zukünftiges persönliches Gespräch mit dem Unternehmen freuen. Vermeiden Sie aber den Konjunktiv! Dies erscheint selbstbewusster und bezwingender. Dadurch vermitteln Sie Selbstbewusstsein. Etwas, das ein Unternehmen immer gerne sieht! Heben Sie sich also mit einem kreativ formuliertem Schlusssatz von den anderen Bewerbern ab! Nicht nur der Einstieg, auch der Schluss wird einem Personalchef im Gedächtnis bleiben!

Ganz am Ende sollte natürlich der Satz: mit freundlichen Grüßen... stehen!

Weniger ist manchmal mehr!

Seien Sie selbstbewusst und stehen Sie auch hinter dem was Sie im Anschreiben schreiben! Bei all Ihren Informationen über sich, sollten Sie aber nie vergessen, dass weniger manchmal mehr ist! Ein Anschreiben sollte nicht länger als eine DIN A4 Seite sein! Sollte Ihr Anschreiben wesentlich länger werden, dann können Sie davon ausgehen, dass Ihre Bewerbung aussortiert wird. Ein Personalchef, der täglich Bewerbungen liest, hat nicht die Muße sich mit einem so langen Anschreiben auseinanderzusetzen. Erinnern Sie sich nur immer daran, dass kurze, knackige Sätze, mit interessanten Aussagen über Sie, meist die beste Variante ist! 

Um sich umfassender Vorzubereiten empfehlen wir Ihnen unterstützend den Bewerbungsratgeber von Raphael Knoche.

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